Aktuelle Termine

Regelmäßige Termine

Die Treffen des Arbeitskreises von "SOA" finden jeden dritten Montag im Monat ab 20:00 Uhr in der Steingasse 12 - Treysa (Ehem. Ladenlokal gegenüber Gaststätte Specht) statt. Hierzu sind alle Mitglieder und Sympathisanten von Schwalm ohne Autobahn e.V. eingeladen.

Näheres über Treffpunkt und Ort ist über den Vorstand zu erfahren.

Vorsitzender:
Jörg Haafke

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< Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit der Politik steht in Frage

Die Entlastungswirkung der A 49 steht in Frage


Sowohl in der öffentlichen Diskussion als auch im Ausnahmeverfahren gegenüber der EU-Kommission (s. entsprechendes Blatt) spielt die behauptete Entlastungswirkung einer gebauten A 49 eine zentrale Rolle.

Beim Neubau einer Straße  gilt folgendes Grundprinzip: Eine neugebaute Straße (Autobahn) entlastet (zumindest zunächst) parallel verlaufende Straßenzüge (soweit sie keine Zubringerfunktion haben) und belastet Zubringerstraßen. Um die Auswirkungen abschätzen zu können, muss (wenigstens überschlagsweise) überprüft werden, wieviele Personen in welchem Umfang in Ortsdurchfahren entlastet oder neu belastet werden. Wie sieht nun die Situation bei der A 49 unter Beachtung einer allgemeinen Gesetzmäßigkeit aus?

·         Die Allgemeine Gesetzmäßigkeit: Der Neubau einer Straße leitet Verkehr nicht nur anders, sondern er erzeugt auch neuen Verkehr (so genannter “induktiver Verkehr”). Wir zitieren hierzu aus einem Artikel des Handelsblattes vom 12.10.2009 zu Verkehrsuntersuchungen der kanadischen Verkehrswissenschaftler Duranton und Turner in den USA:

“Ein Ausbau des Straßennetzes um ein Prozent in einer Region führt dazu, dass der Autoverkehr dort um ein Prozent zunimmt – und zwar in weniger als zehn Jahren… Mehr Autobahnen seien daher kein probates Mittel zur Bekämpfung des Staus. Dieses Ergebnis ist unabhängig vom Bevölkerungswachstum in der Region, von der wirtschaftlichen Entwicklung und von anderen sozioökonomischen Faktoren.”

·         Es ist überhaupt nicht untersucht worden, wie viele Personen bei einem Bau der A 49 entlastet oder neu belastet werden.

·         In den ausgelegten Unterlagen des Ausnahmeverfahrens wurden die Neubelastungen im nachgeordneten Straßennetz bei einem Bau der A 49 nicht zusammengestellt (am höchsten im Falle Treysa: 10 000 Kfz/Tag in der Ortsdurchfahrt im Zuge der B 454). (Die Zahlen stammen aus den Planfeststellungsunterlagen.)

·         In allen Unterlagen zur A 49 auf Landes- und Bundesebene erscheint bei den Zielen, die mit dem Bau der A 49 verbunden werden, als Textbaustein an zweiter Stelle folgende Angabe: “Entlastung der B 254 (vornehmlich vom Schwerlastverkehr)”. Die zugehörigen Verkehrskarten zeigen aber, dass dies nicht zutrifft. Der südliche Abschnitt (Alsfeld-Ziegenhain) würde danach durch einen Bau der A 49 geringfügig entlastet, der nördlich Abschnitt (Ziegenhain – Homberg/Ohm geringfügig (zusätzlich) belastet. Bezüglich des Schwerlastverkehrs erwartet man im südlichen Abschnitt bei einem Bau der A 49 eine Entlastung von 340 Fahrzeugen pro Tag und im nördlichen Abschnitt eine Mehrbelastung von 560 Fahrzeugen pro Tag. Durch den Bau der A 49 würden also nach den Prognosen des Planungsträgers 220 Fahrzeuge des Schwerlastverkehrs zusätzlich verkehren.

·         Die Belastungen, die von der Autobahn direkt ausgehen, werden per Definition (“Entlastungswirkungen im nachgeordneten Straßennetz”) in diesem Zusammenhang überhaupt nicht betrachtet. Auch die Auswirkungen auf das Landschaftsbild bleiben unberücksichtigt.